Nun ist es also so weit. Nach zeitintensivem Packen und Umpacken von einem in den anderen Koffer und dann in meinen Rucksack war ich mit meinen Vorbereitungen für die Reise nach Irland fertig und bin ins Bett. Für ungefähr drei Stunden. Um 3:10 Uhr nachts klingelte mein Wecker und es ging zum 4:00 Uhr flibco Bus. Während der Fahrt zum Flughafen Hahn habe ich eine halbe Stunde schlaf finden können und danach, am Flughafen, nur noch Langeweile. Zur Sicherheit war ich gut zwei Stunden vor Abflug vor Ort. Allerdings war das Einchecken des Koffer und der Sicherheitscheck nach ungefähr 15 Minuten erledigt. Also hieß es warten... und warten.
Dann kam Bewegung in die Sache und es wurde in das Flugzeug eingecheckt. Im Flugzeug angekommen und niedergelassen sollte es auch gleich losgehen, nach Plan um 7:10. Vor dem Start musste wegen Schneefalls und tiefer Temperaturen aber noch das Flugzeug enteist werden. Also hieß es warten... und warten. Um ca. 8:00 Uhr ging es dann los Richtung Irland. Den Flug und einen Teil der Wartezeit habe ich verschlafen, aber bei der Landung war an Schlaf nicht zu denken. Ich bin ohnehin kein Freund vom Fliegen, erst recht nicht von extrem unruhigen Landeanflügen und dieser war echt unruhig. Nach viel Schütteln und Wackeln schaffte es der Pilot trotzdem das Flugzeug zu landen. Da mein Bus nach Dundalk sowieso eine Stunde nach planmäßiger Ankunft des Fliegers fahren sollte und der Pilot etwas Zeit gutmachen konnte, musste ich lediglich 20 Minuten warten, bis der Eireann Bus mich eingesammelt hat.
Der Busfahrer war so nett, mich in Dundalk zwischen zwei offiziellen Haltestellen an der Mourne View Hall (meinem Studentenwohnheim) abzusetzen. Da ich im Bus ebenfalls etwas geschlafen hatte, hatte ich leider verpasst, 30 Minuten vor der Ankunft bei der Vermietergesellschaft des Wohnheimes anzurufen, damit mir jemand meinen Schlüssel überreichen kann.
Dort angekommen holte ich das nach und der freundliche Mann am anderen Ende der Leitung sagte: "O.K. Andrey will be with you in two minutes". Ohje dachte ich mir, wenn ein Ire so etwas sagt wie "gleich" oder "morgen" meint er damit in der Regel dann wenn er Zeit hat. Nach weniger als zehn Minuten stellte sich aber heraus, dass Andrey, der Hausmeister, gar kein Ire ist, sonder Holländer. Er hat mir dann mein Appartment gezeigt, dass ich mir ab 15. Januar mit drei anderen Leuten teilen werde. Doch bis dahin habe ich sturmfreie Bude! Die Wohnung hat nur einen essenziellen Nachteil: sie ist KALT!!!! und wie kalt... Andrey hat gesagt es dauert mit dem warm werden weil wegen Semesterferien keiner im Haus geheizt hat, aber in ein paar Stunden ist das wieder ok. Nun gut dachte ich mir und nahm alles etwas genauer unter die Lupe. Eigenes Zimmer: wirklich geräumig. Gemeinschaftszimmer mit Küche: sauber, die Mitbewohner haben sogar einige Sachen dazu gekauft. Badezimmer: klein aber sauber und SAUKALT!!! Im Kühlschrank fühlt es sich dagegen beheizt an. Der fiese Deckenventilator bläst nämlich zur Zeit wegen des starken Windes keine Luft nach außen, sondern kalte Luft rein. Gut dachte ich mir, in ein paar Stunden ist ja alles etwas besser und ging erst einmal einkaufen und die Stadt zu Fuß erkunden.
Das erst was auf meiner Liste stand waren Müllbeutel, Bett-, Kissen- und Deckenbezug für die vom Wohnheim gestellte Garnitur. Es gibt eine schöne Mall, das marshes shopping centre. Hier gibt es im Penneys alles was man für den Start braucht. Nachdem ich also rausgefunden hatte was Bettdecke auf Englisch heißt (Duvert) machte ich mich Tüten bewaffnet auf den ca. viertelstündigen Rückweg. In der Wohnung angekommen war ich wirklich überrascht, denn es war KALT!!! Geschafft von der Reise hatte ich ein kleines Schläfchen nötig. Nachdem ich also alles ausgepackt, das Bett bezogen und das viel zu kurze Netzwerkkabel in die Buchse gesteckt hatte legte ich mich ins kalte Bett, mit Jacke, Mütze und Schal. Es war KALT, SAUKALT!. Ich habe mir im Teilschlaf eine Stunde lang den A#!@§ abgefroren. Andrey kam nach einem Anruf mal schauen, aber es war halt nix zu machen. Die Heizkörper liefen so heiß wie sie konnten. Also beschloss ich mir noch eine Decke zuzulegen und dem Ventilator im Badezimmer den Schrecken zu nehmen.
Also wieder zum marshes shopping centre und eine Decke, eine Fliejacke, eine Steppweste und Paketklebeband gekauft. Wieder zuhause angekommen habe ich nach einer heißen Tasse Tee ein Stück Müllbeutel vor den Ventilator geklebt um den Luftstrom zu unterbinden (Foto folgt noch). Nach diesem Tag lege ich mich nun also mit meiner Steppweste in mein noch immer kaltes Bett und versuche nicht zu erfrieren...
Der Aufbruch in eine neue Welt
Eingestellt von
Maximilian Claus
on Dienstag, 12. Januar 2010
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